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Nichtfachmann muss Auftrag ablehnen - Haftungsfalle

Im Sachverhalt zur Entscheidung OGH 4 Ob 17/21k) hatte der Vater der Mieterin auf Wunsch seiner Tochter eine Armatur in einer gemieteten Wohnung eingebaut. Er erkannte nicht, dass es sich um eine Hochdruckarmatur, die nicht zum Untertisch-Warmwasserspeicher der Wohnung passte, handelte. Der Vater verfügte zwar über handwerkliche Erfahrung, hatte jedoch keine Fachkenntnisse im Installationsbereich. Nach der Montage kam es zu einem Wasseraustritt, wodurch Schäden in mehreren Wohnungen des Hauses auftraten. Warum der Vater dem Leitungswasserschadenversicherer des gegenständlichen Gebäudes den von ihm verursachten Schaden zu ersetzen hatte, erfahren Sie hier:

Derjenige, der wissentlich oder fahrlässig eine sonst von einem Fachmann durchzuführende Arbeit ausführt, ohne über die erforderlichen Fachkenntnisse zu verfügen, haftet deliktisch und somit auch Dritten gegenüber, mit welchen er gar keinen Vertrag hat. Dies gilt für die Ausführung von Arbeiten, mit welcher üblicherweise Gefahren verbunden sind. Im gegenständlichen Fall geht der OGH davon aus, dass allgemein bekannt ist, dass Arbeiten an Wasserleitungen zur Gefährdung fremder Güter führen können. Ein Nichtfachmann hätte daher die Tätigkeiten an der Wasserleitung, nämlich die Montage einer Armatur, nicht übernehmen dürfen. Es kommt nicht darauf an, ob dem Schadensverursacher der Vorwurf gemacht werden kann, zu erkennen, ob die Armatur geeignet ist oder nicht. Entscheidend ist ein objektiver Maßstab. Nach dieser Entscheidung haftet der Nichtfachmann auch für gefälligkeitshalber übernommene Tätigkeiten und für allfällige dadurch entstandene Schäden. Das es zu einer erheblichen Haftung (Folgeschäden!) kommen kann, wird oft nicht bedacht.

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