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Kein "Unverbaubarer Panoramablick" - Geld zurück für Käufer

Ein Bauträger warb in Werbebroschüren mit einem "unverbaubaren Panormablick" auf die Karawanken. Schon kurz nach dem Kauf wurde der Panormablick durch ein neues Gebäude verbaut. Der OGH entschied nun, dass die Käufer den Kaufpreis mindern dürfen. Die Käufer erhalten € 30.000,- zurück.

Ein schöner Ausblick ist wert- und preisbestimmend. Aus diesem Grund werben Bauträger, Immobilienmakler und Immobilienentwickler gerne mit einem "unverbaubaren Ausblick", "unverbaubaren Seeblick" oder "unverbaubarem Gebirgsblick". Dabei ist Vorsicht geboten - wie eine akutelle Entscheidung des Obersten Gerichtshof (OGH 20.04.2021 - 5 Ob 40/21z) zeigt.

Ein Bauträger bewarb die zum Verkauf stehenden Eigentumswohnungen in Werbebroschüren mit einem "unverbaubaren Panormablick" auf die Karawanken. Eine Mitarbeiterin des Bauträgers sicherte den Käufern auch mündlich zu, dass dort nichts Hohes gebaut werden dürfe.

Umso erstaunter waren die Käufer, als ein Jahr nach dem Kauf der Wohnung direkt davor ein Gebäude errichtet wurde, das den Ausblick auf die Karawanken massiv einschränkte.

Die Kläger verlangten Preisminderung und bekamen in allen drei Instanzen Recht. Aufgrund der Werbeaussagen und der mündlichen Zusicherungen wurde der "unverbaubare Panoramablick" Vertragsinhalt. Dass am Markt für Immobilien mit einem Panoramablick höhere Preise erzielt werden, liegt auf der Hand, so der OGH. Die Klage der Käufer auf Preisminderung in Höhe von ca. € 30.000,00 hatte daher Erfolg. Sie bekommen das Geld vom Bauträger zurück.

Unser Tipp an Bauträger und Immobilienmakler: Achten Sie auf die Gestaltung der Werbeprospekte. Kaum erfüllbare Zusagen - wie ein "unverbaubarer Ausblick" - sollten nicht zugesichert werden. Das Haftungspotential ist groß.

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