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Grün, Grüner, WEG

Das Wohnungseigentumsgesetz, kurz WEG, erhält einen frischen Anstrich. Eine Novellierung ist in den Startlöchern.

Was bedeutet das für Wohnungseigentümer?

In Zukunft wird es leichter sein, umweltfreundliche Einrichtungen wie Photovoltaik-Anlagen, E-Auto Ladestationen, Schattenspender wie Markisen und andere Verbesserungen in Mehrparteienhäuser anzubringen. Bis jetzt muss noch jeder einzelne Wohnungseigentümer extra um seine Zustimmung gefragt werden. Das ist mühsam und nur selten erfolgreich. In der neuen Regelung muss der Eigentümer die anderen nur mehr über sein Vorhaben informieren. Wenn innerhalb von 2 Monaten kein Widerspruch kommt, steht dem Bau nichts mehr im Wege!

Außerdem darf die Eigentümerversammlung bald „hybrid“ abgehalten werden. Man kann sich also bequem vom Sofa aus mit dem Laptop zuschalten und spart sich den oft langen Anfahrtsweg zur Versammlung. Auch das Abstimmen wird verändert: Hat bis jetzt noch derjenige Eigentümer das Sagen im Haus, der am meisten Wohnungen hat, so können bald auch „kleine“ Eigentümer mitgestalten. Für eine Mehrheit braucht man ⅔ der Wohnungseigentümer, nach dem Verhältnis der Eigentumsanteile, aber man braucht nun auch ⅓ aller Miteigentümer hinter sich. Was heißt das genau?

Beispiel: In einem Haus sind 21 Wohnungen und 6 Eigentümer. Ein Eigentümer, eine Immobiliengesellschaft, besitzt allein 14 Wohnungen, ein privater Investor besitzt 3 Wohnungen und vier Einzelpersonen besitzen je 1 Wohnung.

Die Immobilien-Gesellschaft will den Hausverwalter wechseln – statt dem netten Nachbarn, der mit den Einkünften aus der Verwaltung seine Pension aufbessert, soll nun ein Verwaltungsunternehmen diese Aufgaben übernehmen. Die anderen Eigentümer wehren sich dagegen. Nach der derzeitigen Rechtslage wäre es für diesen Eigentümer problemlos möglich, sich darüber hinwegzusetzen, weil er die Mehrheit der Wohnungen hat. Sogar ⅔ der gesamten Wohnungen gehören zu ihm, also 14, allerdings müsste er nach der neuen Rechtslage auch ⅓ der Stimmen pro Kopf, nämlich mindestens 2 erhalten. Er kommt also mit seiner Entscheidung nicht durch.

Apropos Hausverwaltung:

Oft ist es schwierig, die anderen Wohnungseigentümer, etwa bei Problemen, zu kontaktieren, weil deren aktuelle Kontaktdaten unbekannt sind. Der Verwalter muss aber nun alle wichtigen Daten der Eigentümer wie Name und Anschrift datenschutzkonform bereithalten. Wer die Adresse eines anderen Eigentümers anfragt, muss dafür einen Grund angeben. Eine Anfrage aus reiner Neugierde oder sonstigen Gründen ist damit nicht möglich. E-Mail-Adressen dürfen nach der neuen Regelung nur noch mit Zustimmung weitergegeben werden. Damit soll verhindert werden, dass die Mail Adressen der anderen missbraucht werden können.

Auch neu sind strengere Anforderungen an die Rücklage. Rücklagen müssen ab Inkrafttreten der Novelle mindestens 90 Cent pro Quadratmeter betragen.

Unser Service:

Haben wir Ihr Interesse geweckt und überlegen Sie nun, ob Sie nicht auch Ihre Objekte moderner ausstatten möchten? Lassen Sie sich umfassend von unserem Team beraten, denn es gibt hier noch einiges zu beachten. Der Teufel liegt bekanntlich im Detail.

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